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Hafenrundfahrt und Valetta(2004)

Nachdem wir ja gestern bereits den optimalen Weg in die Bucht von Sliema auf schmerzvollste Weise erkundet haben, sind wir heute rasch, ohne Probleme und überpünktlich zu unserer Hafenrundfahrt gekommen.

„Touring round the harbours! Harbour Cruise!” hören wir schon von Weitem den Rufer, der für Captain Morgain"s Werbung macht. Wir weisen unser Ticket vor und klettern an Bord. Die 30 Minuten, die wir zu früh dran sind, erweisen sich als goldrichtig. So haben wir noch jede Menge Auswahl an Plätzen und kaum haben wir unsere perfekten Ausgucke am Heck des Sonnendecks gefunden und okkupiert, kommen busweise andere Besucher.

Fast pünktlich legen wir um kurz nach 10:00 Uhr ab. Es ist wie immer stahlender Sonnenschein, heute auch ganz ohne Wölkchen. Eine weibliche Stimme erklärt uns geschichtliche Hinergründe, während Bucht um Bucht an uns vorbei zieht. Sliema, Msida, Ta"Xbiex, ... überall gibt es schöne Sandsteinpaläste und Kirchen auf den Hängen zu sehen, sowie schöne Yachten und bunte Luzzu in den Häfen.

Wir fotografieren einiges und sind über unseren Platz sehr froh, da die gesamte Reeling mit ebenfalls fotografierenden Touristen besetzt ist. Die 1½ Stunden vergehen auf das Angenehmste. Eine frische Brise fächelt uns Kühlung zu und wenn wir jetzt noch lange hier sitzen, dösen wir sicherlich ein.

Wieder zurück im Hafen von Sliema wandern wir vorbei an einigen kleinen Läden, zurück zu unserem CAK. Was machen wir heute als nächstes? Gestern Abend haben wir uns ja in der Lounge erkundigt und zu unserem Glück erfahren, dass heute kein Feiertag auf Malta ist. Sehr gut - dann hat ja alles offen! Also nehmen wir uns Valetta vor.

Valetta - St. John"s Co-Cathedral


Die Premierministerin von Neuseeland ist zu unserem Glück wieder abgereist und so ist der Verkehr erträglich und die Parkplatzsituation für einen Werktag üblich. Wir lassen uns von einem Parkplatzwachel in eine Lücke einweisen - unglaublich, wie hier jeder Quadratzentimeter genutzt wird - und pilgern entlang der Merchant Street in Richtung St. John"s Co-Cathedral.

Oops, hier ist nur der Hintereingang, der Haupteingang ist um die Ecke in der Republic Street. Haben wir aber gleich gefunden. Umsichtigerweise sind wir bereits kirchenfest gekleidet: Karin mit Jeans, Alexander mit kniebedeckenden Bermudas und beide mit schulterbedeckendem Leinenhemd. Zu unserem Befremden stellen wir fest, dass auch Stöckelschuhe in diesen heiligen Hallen verboten wären.

Als wir die Kirche betreten, bleibt uns zuerst einmal die Luft weg. So eine Pracht haben wir noch selten gesehen! Der gesamte Innenraum ist über und über mit feinsten Reliefs und Steinmetzarbeiten verziert, der Boden - wie wir das schon in anderen maltesischen Gotteshäusern gesehen haben - mit Marmor-Grabplatten bedeckt. Einfach prunkvoll, wie diese Kirche aussieht!

Wir wandern andächtig von Altar zu Altar - jede Zunge des Johanniterordens hat ihre eigene kleine Andachtskapelle - und betrachten die Statuen und Muster. Auch ein kleines Museum ist zu besichtigen. Hier bleibt uns nochmal der Atem stehen. In einem Raum, den wir eigentlich mehr zufällig entdecken, da wir neugierig einem Schild über eine nicht sooo berauschende Galerie gefolgt sind, hängen riesige farbenprächtige Gobelins in der Größe von ca. 10m x 6m von den Wänden.

In den Glasschränken, welche in der Mitte des Raumes aufgestellt sind, liegen 18 wunderschöne Folianten. Alte Gebets- und Gesangbücher, kunstvoll kalligrafiert und liebevoll illustriert. Wir sind begeistert! Unvorstellbar, dass das, was wir hier sehen nur mehr ein Bruchteil der ursprünglichen Reichtümer dieser Kathedrale ist, da sie 1798 von den Truppen Napoleons geplündert wurde.

Zur Kathedrale, also zur Bischofskirche wurde St. John"s erst 1816 erhoben, nachdem die Ritter bereits abgezogen waren. St. John"s wurde damit der Kathedrale von Mdina gleichgestellt, obwohl es ja nur einen Bischof auf Malta gibt. Das hat ihr auch den komischen Namen „Co-Cathedral” eingebracht.

Nachdem wir uns an der Pracht von St. John"s satt gesehen haben, verlassen wir die Kathedrale durch das Hauptportal und fühlen uns von den Restaurants hier am schattigen Platz äußerst angezogen.

Wir wählen eines der beiden aus und bestellen uns ein gefülltes Baguette mit Speck, Käse und Zwiebel für Alexander und kalte Pasta mit Basilikum und Paradeisern für Karin. Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Grandmaster"s Palace.

Valetta - Grandmaster"s Palace


Als wir unsere Tickets kaufen, erkennt uns der Museumswärter als die Touristen wieder, die schon am Sonntag Einlass begehrt haben. Wieder ein Malteser, der schon oft in Wien war . Im Obergeschoss des Grandmaster"s Palace bewundern wir die farbenfrohen Fresken, welche verschiedene Kaperfahrten gegen moslemische Piraten und somit die „tägliche Arbeit” der Ritter darstellen und die berühmten Wandteppiche.

Die Gobelins sind wirklich eine Augenweide. Nach um 1640 entstandenen Gemälden der Maler Frans Post und Albert Eckhout, welche eine Zeit in Brasilien gelebt haben, wurden sie entworfen. Sie zeigen Menschen, Fauna und Flora aus den Tropen und sind von einer Farbenpracht und detaillierten Ausführung, die ihresgleichen sucht.

Den ersten Satz der Wandteppiche ließ Louis XIV. der Sonnenkönig anfertigen und ihm taten es wenig später einige Adelige gleich. Einen der insgesamt ca. 8 Gobelin-Sätze erstand Großmeister Ramon Perellos y Roccaful im Jahr 1708. Die Gobelins kamen ihn schließlich doppelt so teuer, da ein Piratenschiff die Galeere der Ritter überfiel und Roccaful den Kaufpreis nochmals als Lösegeld zahlen musste, um die Wandteppiche endlich nach Malta zu bekommen.

Zum Abschluss sehen wir uns auch noch die Waffenkammer der Johanniter an. Schon interessant, was es damals für „neueste” technische Errungenschaften in der Waffenkunde gab. Beispielsweise ein Schwert mit integrierter Pistole, dessen praktischer Gebrauch uns aber etwas rätselhaft bleibt. Auch die Rüstungen und Pistolen waren fein ziseliert oder mit Gold verziert. Sie waren auch im Krieg Herren von Geschmack und Adel die Johanniter.

Nach dieser Besichtigung haben wir uns einen Kaffee verdient. Im Schatten von Olivenbäumen sitzen wir und schlürfen geruhsam Capuccino. Etwas vom Koffein wieder aufgemuntert geht es nun kreuz und quer durch Valetta auf Schuheinkaufstour. Jede noch so kleine Gasse wird abgegrast. Alexander wird rasch fündig und ersteht ein paar sehr hübsche Bootschuhe. Für Karin ist es etwas schwieriger, weil auch Größe 36, so überhaupt vorhanden, zu groß für sie ist. Aber auch sie hat Glück und findet schließlich ein paar himmelblaue Schläpfchen.

Nach dieser Tour knurrt unser Magen. Wir fahren dem Meer entlang in Richtung St. Julian"s und halten in der malerischen Spinola Bay, um ein gutes Abendessen mit romantischem Blick zu genießen. Karin will unbedingt eine maltesiche Spezialität probieren - Calamari Ripieni. Das ist frischer Tintenfisch, gefüllt mit Anchovis, Oliven und Kapern, gegart in einer Sauce aus Paradeisern, Käse und Weißwein. Dazu werden Salzkartoffeln serviert. Sehr lecker! Speis und Trank munden uns hervorragend und so lassen wir diesen Tag glücklich und zufrieden über den sanft schaukelnden Luzzu ausklingen.

Karin und Alexander

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Vittoriosa, Tempel von Tarxien, Marsaxlokk

Vittoriosa


Heute ist unser letzter Tag mit „vollem Programm”, da es ja morgen wieder ab nach Hause geht. Wir nehmen uns Vittoriosa vor, eine der „Three Cities” und dort den Inquisitor"s Palace. Der Verkehr scheint einigermassen normal und wir sind guter Dinge unterwegs Richtung Vittoriosa. In der näheren Umgebung angekommen, macht man es uns allerdings recht schwer.

Erstens haben 2 der 3 Städte, nämlich Vittoriosa und Cospicua, auch noch Malti Namen - sie heißen auch Birgu und Bormla und zweitens zeigen die Schilder wie üblich irgendwo hin, nur nicht zum Ziel. So schaffen wir es, Bormla immer wieder anzufahren und an Birgu immer wieder vorbei zu treffen. Schließlich landen wir im Fort St. Angelo und fragen dort nach dem Inquisitor"s Palace. mehr

Blaue Grotte, Mdina, Dingli Cliffs, Clapham Junction

Da am Vormittag noch die Sonne in die Höhle scheint und das Blau besonders schön zum Erstrahlen bringt, wollen wir gleich in der Früh zur blauen Grotte fahren. Unser Ziel sieht am Plan wie 2 Stunden Anreise aus, ist aber in Wirklichkeit nur 40 Minuten entfernt.

Als wir ankommen sind nur wenig Leute hier, die obligatorischen Busse voll Ah! und Oh! rufender Mitreisender fehlen zum Glück noch. Ein lustiger Parkplatzwachel in Pseudo-Uniform weist uns unnötigerweise auf dem fast leeren Parkplatz ein und erklärt Karin auch sofort ins offene Autofenster hinein, wo denn die Damentoiletten sind, obwohl sie weder danach gefragt hat noch verkniffen drein schaut. mehr



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